Seen, Teiche und Tümpel

„Alles ist relativ: Für den Regenwurm sind Erdarbeiten
etwas wesentlich Vergnüglicheres als Angeln!“
Anonym

Mittlerweile hat ja unsere Landschaft allerhand stehende Gewässer zu bieten, die fast alle künstlich entstanden sind. Vor allem die drei zur Trinkwasserversorgung angelegten Talsperren in Eibenstock, Sosa und Carlsfeld haben dabei durchaus stattliche Ausmaße.

02-Stockteich in LindenauAber schon weit früher wurde das Wasser der Flüsse und Bäche gesammelt, beispielsweise im Rahmen des Bergbaus. Und deshalb haben wir sogar mit dem 1585 angestauten Filzteich bei Schneeberg den ältesten Stausee Sachsens aufzubieten, Naturschutz- und Erholungsgebiet zugleich. Natürlicherweise hätten wir kaum stehende Gewässer, bis auf ein paar wenige Moorseen und kleinere Tümpel, die nicht der Rede wert sind. Das Wasser zieht es zu Tale, es will sich bei uns nicht lange aufhalten und geht zur Not auch über Leichen, wie der eben erwähnte Filzteich beweist. 1783 brach dort der Damm. Der Filzbach, sonst eher ein fröhlich vor sich hin gluckerndes Rinnsal, wurde urplötzlich zum reisenden Strom und wollte in seiner Ungeduld auch gleich das Dorf Zschorlau mit in die Nordsee nehmen. 18 Einwohner mussten das mit dem Tod bezahlen. Man hofft, die Dämme unserer Talsperren sind stabiler.

Neben der Anlage von Teichen zu Stauzwecken für den Antrieb von Mühlen, Poch- und Hammerwerken usw. wurden viele auch als Fischteiche angelegt, vorwiegend für Karpfen, aber auch Hechte, Schleien, Brachsen usw. Fisch galt bis ins 18. Jahrhundert hinein als Luxusgut und hatte zu diesen Zeiten einen erheblich höheren Marktwert als Fleisch. Dann begann mit den einsetzenden Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft der allmähliche Rückgang der Teichwirtschaft, der fast parallel lief mit dem Rückgang der Stauteiche zur Wasserkraftnutzung für Antriebszwecke. Und so ist auch nur ein Bruchteil der ehemaligen Stillgewässer bis heute erhalten geblieben. Anhand durchbrochener Dämme und Resten der Ufergehölze lassen sich manche der ehemaligen Teiche in der Landschaft noch erkennen.

Auch die früher in vielen Orten vorhandenen Dorfteiche, die für Brauchwasser, Löschwasser und als Viehtränke genutzt wurden, sind aus den meisten Orten verschwunden.

Tipps:

- Eine schöne Teichgruppe um den Forstteich und Stockteich befindet sich am Ortsausgang Lindenau Richtung Goldene Höhe. Der Stockteich ist der älteste Lindenauer Teich und sein Wasser trieb früher die Stockmühle an, welche die Lindenauer und Griesbacher mit Mehl versorgte. Die Reihe der Teiche setzt sich entlang des Dorfbaches bis zum Neuen Teich am Siebenschlehener Pochwerk fort. Es lassen sich auch noch Anzeichen ehemaliger Teiche erkennen.

03-Teich in Lichtenau

- Die Talsperre Eibenstock mit ihren Vorsperren hat neben ihrer herausragenden Bedeutung für die Wasserversorgung mittlerweile auch hohe Bedeutung für Naherholung und Tourismus und die Tier- und Pflanzenwelt. Beispielsweise bei Hundshübel findet sich dazu eine Vielzahl von interessanten Orten, teils mit grandiosen Ausblicken auf diese Wasserwelt, die es früher im Erzgebirge so nicht gab.

01-Talsperre Eibenstock

- Im Unterdorf von Hundshübel ist der alte Dorfteich erhalten geblieben, der sich zu einem interessanten Biotop entwickelt hat.

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