Wiese & Weide

„Die Natur gab uns einen sehr langen Kredit,
und wir haben ihn bis zum äußersten missbraucht.“
George Bernhard Shaw (1856-1950)

Unsere Wiesen und Weiden als Nahrungsgrundlage für das Nutzvieh haben seit der Besiedlung eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Früher gehörten die Tiere sozusagen zur Familie, wohnten mit im Haus und waren durch die Milch und das Fleisch die Basis für die menschliche Ernährung. Es versuchte jeder, so viele Tiere wie möglich zu halten und so diente über lange Zeiträume hin eigentlich fast die gesamte Landschaft dem Vieh als Weidefläche, zumindest für eine gewisse Zeit im Jahr. Der Wald und das Brachefeld wurden beweidet, die Wiesen nachbeweidet, selbst die Getreidefelder, die Grasgärten und die Wegränder wurden zu bestimmten Zeiten mit einbezogen.

02-Schottische Hochlandrinder in Stützengrün

Das ging über viele Jahrhunderte so bis zum Verbot der Waldweide, die zusammen mit der Einführung der verbesserten Dreifelderwirtschaft zur fast ganzjährigen Verbannung des Viehs in die Ställe in der Mitte des 19.  Jahrhunderts führte. Nur noch zur Nachweide und als Zugtiere tauchten sie in der Landschaft auf. Weiden im eigentlichen Sinne gab es jetzt nicht mehr, das Viehfutter wurde auf den Wiesen und Äckern gewonnen, die Landschaft war klar aufgeteilt in Wiese, Acker und Wald.

01-Silagewirtschaft in Bockau

Diese Zeit währte allerdings nur kurz, schon etwa 100 Jahre später sah man in Folge der Entstehung von LPG’s wieder vermehrt Vieh in der Landschaft grasen. Und das ist bis heute so geblieben. Es hat sich eine sehr große Vielfalt an landwirtschaftlichen Betrieben herausgebildet mit unterschiedlichen Formen der Tierhaltung, von der ganzjährigen Stallhaltung bis zur ganzjährigen Freilandhaltung.

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